Die Kulturinitiative „Gute Stadt Tübingen“ ist ein zivilgesellschaftliches Projekt im Bereich Kultur, Integration und Versöhnung. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Kultur Brücken bauen und Feindbilder auflösen kann – selbst zwischen Menschen, deren Herkunftsländer miteinander im Krieg stehen.
Im Landkreis Tübingen leben derzeit etwa 2.000 Geflüchtete aus der Ukraine. Viele von ihnen treffen in Alltagssituationen auf russischsprachige Einwohnerinnen und Einwohner – in Schulen, Sportvereinen, Kirchen oder Geschäften. Solche Begegnungen können bereichern, aber auch konflikthaft sein. Hinzu kommt, dass manche der Geflüchteten Kriegserfahrungen und traumatische Erinnerungen mitbringen.
Unser Projekt schafft Räume, in denen diese Begegnungen respektvoll und auf Augenhöhe stattfinden können. Gemeinsame Stadterkundungen, geteilte Erfahrungen und Gespräche bei Kaffee und Spaziergängen öffnen Perspektiven: „Russland hat die Ukraine angegriffen, aber die Russen in Tübingen waren freundlich zu uns. Sie zeigten uns die Stadt, halfen beim Übersetzen und begleiteten uns durch den Alltag.“
Wir glauben: Zeit heilt vieles – aber auch Kultur ist ein Heilmittel.